Fischprädatoren

Kormoran

Der Kormoran zählt zu den gefährlichsten Fischprädatoren in heimischen Binnengewässern. Schwärme von bis zu 100 Tieren können innerhalb kürzester Zeit erhebliche Schäden am Fischbestand verursachen.

Kormoran fängt Forelle

KI-generiertes Bild

Merkmale & Lebensweise

Der Kormoran ist an seinem hakig gebogenen Schnabel und seinem schwarzen Gefieder mit weißem Kinn und weißen Wangen gut erkennbar. Er wird bis zu 95 cm groß und bis zu 4,5 kg schwer. Im Flug ist er an seinem ausgestreckten Hals und der charakteristischen Flügelform zu erkennen.

Der Kormoran ist ein tagaktiver Schwimmtaucher, der klare Gewässer bevorzugt. Er übernachtet auf Bäumen (sogenannte Schlafbäume) in Kolonien und spreizt nach dem Tauchen seine Flügel zum Trocknen — ein typisches Erkennungsmerkmal dieser Art.

Ursprünglich ein Küstenvogel aus Nordeuropa, zieht er zur Überwinterung in die Binnengewässer Mittel- und Südeuropas — mit verheerenden Folgen für heimische Fischbestände.

Kormoranschwarm beim Fressen

Hinweis: KI-generiertes Bild — Schwarm von Kormoranen an einem Fließgewässer

Nahrung & Auswirkungen auf den Fischbestand

Ein einzelner Kormoran frisst täglich bis zu 500 Gramm Fisch — das entspricht 80 bis 110 kg pro Winterhalbjahr und Tier. Bei Schwärmen von bis zu 100 Tieren entstehen innerhalb weniger Stunden dramatische Verluste am Fischbestand.

Besonders kritisch ist das Auftreten sogenannter „Späher", die zuerst Nahrungsplätze erkunden und dann den Schwarm nachziehen lassen. An Teichen und Staubereichen von Fließgewässern kann es so zu überfallsartigen Angriffen kommen. Insbesondere im Winter richten die Schwärme hohe Schäden in den Fließgewässern an.

Kormoran mit Äsche im Schnabel

Hinweis: KI-generiertes Bild — Kormoran mit gefangener Äsche

Bejagung im Bezirk Rohrbach

Rechtlich ist eine Bejagung im Zeitraum vom 16. August bis zum 31. März erlaubt. Bei Verwendung von Schalldämpfern kann die Frist bis zum 30. April verlängert werden.

Das entsprechende Entnahmekontingent ist auf der Webseite des Landes Oberösterreich ersichtlich: Land OÖ — Kormoran-Kontingent

Für den Bezirk Rohrbach ist das Kontingent A relevant. Das Europaschutzgebiet Böhmerwald ist kein Naturschutzgebiet gemäß § 25 Oö. NSchG 2001 — eine Bejagung ist dort daher grundsätzlich möglich.

Naturschutzgebiete:

Insbesondere im März, wenn die Jagd weitestgehend ruht, ist die Bejagung von Kormoranen eine empfehlenswerte Möglichkeit — auch um Jagdhunde zu trainieren.

Meldepflicht & Prämie

Ein Abschuss ist über das JADA-System einzutragen. Hier besteht die Möglichkeit, eine Stückzahl bekannt zu geben — nicht jedes Tier muss einzeln gemeldet werden. Den entsprechenden Flusskilometer kann man mit der Suche „Flusskilometer <Gewässername>" ermitteln, ansonsten reicht die Ortsangabe.

Nach erfolgreicher Meldung können Sie sich bezüglich einer Prämie beim Fischereirevier Rohrbach melden: walterkoller@gmx.at. Bei einer höheren Anzahl ist ein Nachweis in Form von Schnäbeln (jeder fünfte) zu erbringen.

Häufige Fragen zum Kormoran

Darf man den Kormoran im Bezirk Rohrbach bejagen?

Ja. Die Bejagung ist von 16. August bis 31. März erlaubt, mit Schalldämpfer bis 30. April — im Rahmen des für den Bezirk geltenden Kontingents A. In den Naturschutzgebieten (Rannatal, entlang der Donau) ist sie nicht gestattet.

Wie viele Fische frisst ein Kormoran?

Bis zu 500 g pro Tag, also rund 80–110 kg pro Winterhalbjahr und Tier. In Schwärmen von bis zu 100 Tieren entstehen in wenigen Stunden hohe Verluste am Fischbestand.

Muss ein Abschuss gemeldet werden — und gibt es eine Prämie?

Ja. Jeder Abschuss wird über das JADA-System eingetragen (eine Stückzahl genügt, nicht jedes Tier einzeln). Für eine Prämie meldet man sich beim Fischereirevier Rohrbach; ab höherer Stückzahl ist ein Nachweis zu erbringen (jeder fünfte Schnabel).